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Mittwoch, 23. Juli 2014

Ein letztes gemeinsames Abendbrot, meine Schwester und eine Freundin kommen zu Besuch und nach und nach (und vor allem nach mir) verabschieden sich alle (ins Bett). Knapp fünf Stunden Schlaf bleiben mir noch, bevor ich gegen 2.15 Uhr aufstehe, um Jan zum Flughafen zu bringen. Seine Maschine startet um 6.10 Uhr in HAM und gegen späten Vormittag fliegt Jan von AMS weiter nach DFW.

Als im Segeberger Forst am Straßenrand eine riesige Hirschkuh auftaucht, scherzt Jan, dass ein Wildunfall zeitlich nicht eingeplant sei. Zum Glück kommen wir sicher und pünktlich an – 2 Stunden vor Boarding betreten wir den noch leeren Flughafen und stellen uns als dritte in die Schlange vorm Schalter, bevor die KLM-Crew auftaucht und beweist, dass ihnen das Lächeln zu dieser Uhrzeit doch noch schwer fällt (vielleicht gehört das ernste Gesicht ja auch zum Sicherheitsprozedere). Die Niederländerin am Gepäckserviceschalter ist da schon munterer.

Kurz vor vier hat sich schon eine lange Schlange vor dem Sicherheitsbereich gebildet. Wir stellen uns an der anderen, fast leeren Seite an und nach fünf Minuten Wartezeit gehen auch hier die Schleusen auf. Jan verschwindet nach ein paar Mal winken und Zurückschauen im internen Bereich des Hamburger Flughafens. Bei dem Gedanken, dass ich es sonst immer war, die in die weite Welt aufgebrochen ist, sofern Jan und ich nicht zusammen verreist sind, treibt es mir kurz die Tränen in die Augen. Aber wir halten es so, wie Jan sagte: “Wenn ich drüber nachdenken würde, dass wir uns sechs Wochen nicht sehen, würde es mir auch schlecht gehen.” Also lassen wir das und nehmen eine andere Perspektive ein, was für mich bedeutet: Nur noch das Pais-Seminar im August hinter mich bringen und dann geht auch für mich die große Reise bzw. der richtige Umzug los.

Bevor es aber soweit ist, habe ich heute noch einen freien Tag, um mich von der kurzen Nacht zu erholen. Morgen werde ich dann so langsam wieder durchstarten und meinen richtigen Sommerurlaub werde ich dann wohl doch erst im September nehmen, was mir dann auch genug Zeit gibt, um alle meine Vorbereitungen zu treffen, die nötigen Dinge fürs Fernstudium zu klären und mich schließlich in Texas zu erholen und einzuleben.

Ich bin gespannt, wie Jan sich einlebt in den ersten sechs Wochen und wie es wird, wenn ich nach 1,5 Monaten nachkomme. Ob ich wohl den neu gewonnenen Alltag von Jan, Jim & Scarlet & Jaimie noch einmal über den Haufen werfe?

Zur Zeit befindet sich Jans Flieger aber noch zwischen Grönland und Alaska. 5h 14min Flugzeit hat Jan noch vor sich, wenn alles gut geht, und dann noch einen halben Tag, bevor er ins Bett fallen kann. Meine Eltern und ich erwarten seine Nachricht kurz nach der Tagesschau; solange werde ich noch den Flighttracker studieren.