Seite auswählen

Ich wollte etwas über meinen Alltag hier schreiben, doch der ist leicht in wenigen Zeilen abgehandelt:

Sonntags gehe ich zur Sonntagsschule der Jugendlichen und in den Gottesdienst, jeden zweiten Samstag treffen wir unseren Hauskreis aus der Gemeinde, montags leiten Jan und ich eine Bibelstudiengruppe mit den Gemeindeleitern, dienstags skype ich mit meiner Familie.

Anstatt also von Routinen zu berichten, erzähle ich von einem Neuanfang. Mir wird noch einmal bewusst, dass ich die Chance habe, alles auf den Kopf zu stellen, bewusst neu zu gestalten, zu verändern, zu lassen oder zu beginnen.

Ich bin aus meinem Alltag herausgenommen und (noch) gibt es keine strikte Institution in meinem Leben, die meinen Tagesrhythmus bestimmt. In der Uni habe ich den Gedanken belächelt, dass eine Institution meinen Alltag ‘organisieren’ könnte; doch: Wer bestimmt denn wirklich, auf wie viel Uhr ich meinen Wecker stelle? – Ab und zu gibt es für mich diese Tage, an denen es keinen Grund zu geben scheint, überhaupt aufzustehen. Gerade wenn mich nachts die Albträume plagen und ich mich morgens tonnenschwer fühle, als könnte ich mich nie wieder bewegen, liegt die Option nahe, mich doch noch einmal umzudrehen… oder zweimal.

Ich habe eine Flexibilität, die Chance und Risiko zugleich bedeutet.

Mein Jahresthema ist ‘Disziplin’ – in zwei Facetten: Selbstdisziplin und Gehorsam (gegenüber Gott). Jetzt, nachdem sich alles verändert hat, merke ich, warum dieses Thema über meinem Jahr steht. Es braucht ein offenes Ohr gegenüber Gott: Was ist sein Plan? Was ist gut für mich? Was ist dran? (Denn er hat die besten Pläne für uns, Zukunft und Hoffnung). Und es braucht die Entschlossenheit, dem inneren Schweinehund den Kampf anzusagen – immer wieder.

In dieser Situation habe ich die Chance, meinen Prioritäten Ausdruck zu verleihen. Was ist wirklich wichtig? Wahrscheinlich kennt ihr die Illustration mit Steinen, Kieseln, Sand und Wasser in einem Glas. Wie oft habe ich das gehört, aber habe ich auch danach gehandelt, es auf meinen Alltag angewandt, das Prinzip, den guten Gedanken konkret umgesetzt, auf Inspiration Taten folgen lassen?

Ich bin herausgefordert, mich zu fragen: Was packe ich zuerst in meinen Kalender?